Studie: Für 77 Prozent der Bundesbürger hat Gesundheitsvorsorge Priorität

05. November 2014

Regierung legt Entwurf für Präventionsgesetz vor.

Für 42 Prozent der Bundesbürger ist Gesundheitsprävention eine sehr wichtige Aufgabe, weitere 35 Prozent halten sie für "eher wichtig". Das geplante Präventionsgesetz der Bundesregierung trägt damit den Wünschen der Bevölkerung Rechnung. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Schwenninger Krankenkasse unter 1.000 Bundesbürgern.


"Nach drei gescheiterten Anläufen rückt ein Präventionsgesetz endlich in greifbare Nähe. Prävention und Gesundheitsförderung werden zur Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Das ist zu begrüßen", sagt Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse. "Wie wichtig Gesundheitsvorsorge schon im Kindesalter ist, zeigt unsere aktuelle Studie ‚Zukunft Gesundheit 2014 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt‘. Schon bei den 14- bis 34-Jährigen klagen zwei Drittel über gesundheitliche Probleme. Das ist ein alarmierendes Ergebnis."


Der Gesetzentwurf enthalte gute Ansätze, die Kinder- und Jugendgesundheit zu stärken. Gesundheitsuntersuchungen und ärztliche Präventionsempfehlung reichten aber nicht aus. "Um alle – von Klein auf – zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren, ist vor allem die Schule gefragt. Deshalb fordern wir seit Jahren die Einführung eines Schulfaches Gesundheit."


Gänsler sieht insbesondere in Kitas und Schulen noch mehr Möglichkeiten auch für die Krankenkassen, sich zu engagieren. Die von der Schwenninger vor zwei Jahren gegründete Präventions-Stiftung "Die Gesundarbeiter" fördert beispielsweise das Projekt "McMöhre", bei dem Schüler einen Pausenladen organisieren und dabei viel über Gesundheit lernen. (www.stiftung-gesundarbeiter.de/mc-moehre.html).


"Wir begrüßen grundsätzlich, dass die Kassen ihre Ausgaben für Gesundheitsvorsorge mehr als verdoppeln sollen, fordern allerdings ebenso ein stärkeres finanzielles Engagement der privaten Krankenversicherung sowie von Bund, Ländern und Kommunen", so Gänsler. Die Schwenninger kritisiert vor allem, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ihre neuen Aufgaben durch Beitragsgelder finanziert bekommen soll. "Die BZgA ist eine staatliche Behörde und somit aus Steuermitteln zu finanzieren. Es ist noch ein langer Weg, alle von der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung in Sachen Prävention zu überzeugen."





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