Im Notfall Kinder retten: Erste-Hilfe-Kurse zeigen Eltern wie es geht

16. Dezember 2019

Kurse des Malteser Hilfsdienstes und der Schwenninger Krankenkasse fanden großen Anklang

Villingen-Schwenningen – Es sind alarmierende Zahlen, die im Juni 2019 eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse abbildete: Jeder Zweite hat Angst, seinem Kind im Notfall nicht helfen zu können. Befragt wurden damals mehr als 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren mit Nachwuchs.

 

Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Erste-Hilfe-Kurse speziell für Kindernotfälle großen Anklang fanden. Initiiert wurden diese von der Schwenninger Krankenkasse, die sich das Expertenwissen des Malteser Hilfsdienstes e.V. ins Haus holte. Die 3 Samstags-Kurse waren mit je 20 Teilnehmern bis auf den letzten Platz ausgebucht. Offen stand das Angebot allen Interessierten, unabhängig davon, bei welcher Kasse die Krankenversicherung besteht.

 

Wertvolle Tipps im schlimmsten Fall

 

Bloß keine Zeit verlieren: Betrifft der Notfall die Kleinsten, ist dieser Grundsatz wichtiger denn je. Aber wie reagiert man in den entscheidenden Momenten richtig und besonnen?

 

„Gerade junge Menschen, die zum ersten Mal Eltern geworden sind, fühlen sich oft unsicher, wenn es um die Reaktion im Ernstfall geht. Daher freut es uns, dass der Kurs so großen Zuspruch gefunden hat“; sagt Fabienne Hofmann, Projektinitiatorin bei der Schwenninger Krankenkasse „Das zeigt, wie wichtig das Thema ist.“

 

Eltern die Angst vor einer möglicherweise falschen Reaktion zu nehmen, darum ging es Tanja Harter, Leiterin der Erste-Hilfe-Ausbildung beim Malteser Hilfsdienst e. V. und ihrem Team. Denn schwere Verletzungen, Atemstörungen durch Verschlucken oder Vergiftungen sind häufige Unfälle im Haushalt, bei denen Eile geboten ist.

 

Aber nicht nur frisch gebackene Eltern fühlten sich angesprochen, sondern auch von Erfahrenen wurde der Kurs gerne in Anspruch genommen. Teilnehmerin Sonja Kimmich nutzte die Gelegenheit, um ihre Kenntnisse aufzufrischen. „Man lernt nie aus. Über Änderungen und neuste Erkenntnisse informiert zu sein, ist mir sehr wichtig“, sagt die Mutter eines Kindes.

 

Geübt wurde vor allem an Puppen. Die Kursleiter zeigten den Eltern, wie sie reagieren müssen, wenn das Kind etwas verschluckt, bewusstlos wird oder die Atmung plötzlich aussetzt. „Als Elternteil beginnt man auf andere Sachen zu achten“, weiß Sonja Kimmich. „Man versucht im Vorfeld Gefahren zu vermeiden. Da einem das nicht immer gelingen kann, ist es wichtig zu wissen, wie man im Notfall reagieren muss. Ich finde es sehr gut, dass solche Kurse angeboten werden.“

 

Zufrieden schaut auch Fabienne Hofmann auf die Kurse zurück. „Wir haben die Wichtigkeit für die Schulung der Eltern im Notfall festgestellt und gemerkt, dass der Aufklärungsbedarf vorhanden ist. Daher überlegen wir uns, zusammen mit den Maltesern, auch in den kommenden Jahren Kurse für Erste-Hilfe am Kind anzubieten.“

 

Die Umfrage zum Thema „Erste Hilfe bei Kindern“ (PDF) sowie eine Infografik finden Sie hier: www.Die-Schwenninger.de/Studien



Ruhige Nerven im Ernstfall: Teilnehmerin Sonja Kimmich übt an einer Puppe den richtigen Handgriff, um im Erstickungsfall Leben zu retten.

Bild zur journalistischen Nutzung mit Nennung der Quellenangabe "Die Schwenninger" zum Abdruck frei.


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