Die Gesundheitsscouts – neue Ideen für „gesunde“ Arbeitsplätze

21. Juni 2016

Bei der Schwenninger Krankenkasse präsentierten Schülerinnen und Schüler der Realschule am Deutenberg Vorschläge für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN – Dem gestrigen Montag haben die Klassen 9b und 9c der Realschule am Deutenberg lange entgegengefiebert: Bei der Schwenninger Krankenkasse durften sie vor einer Jury Verbesserungsvorschläge für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) präsentieren. Die Veranstaltung bildete den Abschluss des Projekts „Der Gesundheitsscout – Schüler decken auf“, das die Schwenninger Krankenkasse und die Stiftung „Die Gesundarbeiter“ ins Leben gerufen haben.

 

Ende April hatten die Schüler mit Wahlpflichtfach MUM einen Tag in der betrieblichen Praxis zugebracht: die Klasse 9b bei der Hauptstelle der Sparkasse Schwarzwald-Baar in Villingen, die Schüler der 9c bei der Caritas-Altenhilfe St. Lioba, ebenfalls in Villingen. Vor Ort brachten sie in Erfahrung, welche BGM-Maßnahmen es speziell für Auszubildende bereits gibt und was sich die Azubis zusätzlich wünschen. Um für den Firmentag gut gewappnet zu sein, wurden sie im Vorfeld von BGM-Experten der Schwenninger Krankenkasse zum Thema Gesundheit und in den Grundlagen des BGM geschult.

 

Fitnessraum für Pflegedienstkräfte - Wasserspender und höhenverstellbare Tische für die Sparkasse 

 

Anlässlich der Abschlussveranstaltung präsentierten sechs Schülerinnen der Klasse 9c ihre Ergebnisse. Sie schilderten, welche gesundheitlichen Belastungen die schwere körperliche aber auch psychische Arbeit im Pflegebereich mit sich bringt. Anschließend stellten sie ihre Idee zur Vorbeugung von Gesundheitsbeschwerden vor: ein Fitnessraum für das Pflegepersonal im Seniorenheim, in dem vor allem der schwer beanspruchte Rücken gestärkt werden kann. Der Clou: eine Stempelkarte, die jeder Mitarbeiter erhält. Für jede Übung gibt es Punkte, die wiederum auf der Karte gespeichert werden. Wer eine gewisse Anzahl an Punkten gesammelt hat, wird für sein gesundheitsbewusstes Verhalten belohnt. Bei 1.000 Punkten soll es vom Arbeitgeber zum Beispiel einen Wellnesstag im Solemar geben. Alternativ zur Stempelkarte könnte, so eine weitere Idee der Schüler, auch eine App für das Handy zum Einsatz kommen.

 

Die Schüler der Klasse 9b zeigten unter anderem ein Video, das sie mit den Azubis der Sparkasse gedreht hatten. Diese schilderten, was ihnen ihr Ausbildungsbetrieb im Bereich des BGM bereits bietet und was sie sich zusätzlich wünschen. Darauf bauten dann auch die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge auf: unter anderem eine Ruheoase, für die die Schüler eigens ein Modell gestaltet hatten, Wasserspender oder –flaschen für die Mitarbeiter am Schalter sowie höhenverstellbare Tische.

 

Neunklässler überzeugten durch professionelle Präsentationen und wirtschaftliches Denken 

 

Die Jury – bestehend aus Roland Frimmersdorf, Geschäftsführer der Stiftung „Die Gesundarbeiter“, Thorsten Bröske, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse, Christian Fett, Gesamtpflegedienstleister der Caritas-Altenhilfe St. Lioba, Michael Baumgarthuber vom Round Table Villingen-Schwenningen, Daniel Maul, Leiter Personal der Sparkasse Schwarzwald-Baar und Susanne Riegger, Präventionsexpertin der Schwenninger – war von den professionellen Präsentationen der Neuntklässler sichtlich beeindruckt: „Damit könnt ihr so manchem Berufstätigen etwas vormachen“, lobte Roland Frimmersdorf. Der Jury gefiel außerdem, dass sich beide Gruppen Gedanken über die Wirtschaftlichkeit ihrer Vorschläge gemacht hatten. Auch die Schüler zeigten begeistert. „Der Gesundheitsscout hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Projekt war lehrreich und hat uns als Klasse enger zusammengeschweißt,“ stellte eine Schülerin fest.

 

Einen Gewinner auszumachen, fiel nach den gelungenen Präsentationen denkbar schwer. Am Ende gab es zwei erste Sieger und damit für beide Teams 300 Euro für die Klassenkasse. Das Geld möchten die Schüler in ihre anstehende Klassenfahrt investieren. Alle Schüler erhielten außerdem einen Ansteckbutton sowie ein Zertifikat, das sie als „Gesundheitsscout“ ausweist.

 

Hintergrundinformation:

Der Gesundheitsscout ist ein gemeinsames Projekt der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“. Es soll Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 einen praktischen und altersgerechten Einblick in das betriebliche Gesundheitsmanagement vermitteln. Das Ziel: Junge Menschen sollen Wissen und Methoden an die Hand bekommen, um zu verstehen, warum gesundheitsbewusstes Verhalten am Arbeitsplatz wichtig ist. Im Rahmen des Projekts analysieren und hinterfragen sie selbstständig reale Arbeitsumgebungen. Basierend auf ihren Ergebnissen geben sie anschließend Tipps, was Ausbildungsbetriebe tun können, damit ihre Azubis gesund und fit bleiben.





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